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Brigadelok - Henschel 14255/1916

Die 1916 von Henschel gebaute Lok, die die HF-Nummer 1007 zugeteilt bekam, wurde nach Ende des Ersten Weltkriegs in Bulgarien aufgefunden. 1919 reihte die bulgarische Staatsbahn die Lok vorübergehend als BDZ "1007" unter ihrer HF-Nummer ein. Erst im Jahr 1936 wurden die übernommenen Brigadelokomotiven als BDZ 40060 eingereiht, die HF 1007 bekam die Nummer "437" zugeteilt.

Ab 1942 wurde die Lok zusammen mit zwei weiteren Brigadeloks (Henschel 15052 und Henschel 16020) im Rila-Gebirge eingesetzt. Dort erfolgte im Zweiten Weltkrieg nicht unweit eines Klosters unter Leitung eines deutschen Ingenieurs der Bau eines kleinen Wasserkraftwerk. Für den Materialtransport legte man hierzu eine eigene Feldbahn an. Nach Abschluss der Bauarbeiten diente die Feldbahn aufgrund der widrigen Straßenverhältnisse noch bis in die späten sechziger Jahre Besuchern des Klosters als Transportmittel. Danach wurde die Bahn stillgelegt und die Loks abgestellt.

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Henschel 14255/1916 aufgenommen 1985 im Rila-Gebirge, Sammlung Don-Kun, Wikipedia
Henschel 14255 abgestellt im Rila-Gebirge 1984, Foto: © Tilo Reinfried
Henschel 14255 abgestellt im Rila-Gebirge 1984, Foto: © Tilo Reinfried
Henschel 14255 abgestellt im Rila-Gebirge 1984, Foto: © Tilo Reinfried
Henschel 14255 abgestellt im Rila-Gebirge 1984, Foto: © Tilo Reinfried
Im Jahr 2000 gelangte die Lok zum Frankfurter Feldbahnmuseum, dass die Lok zum Weiterverkauf anbot.


Henschel 14255 RauhF 2001
Henschel 14255/1916 vor dem Lokschuppen des Frankfurter Feldbahnmuseum im Sommer 2001

Im Jahr 2002 erwarb die norwegische Lommedalsbanen die Lokomotive. Nach der Überführung nach Norwegen wurden die Lok zur Begutachtung ausgeachst, weitere Arbeiten unterblieben jedoch bisher.

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Henschel 14255/1916 im Herbst 2009 bei der Lommedalsbanen, Foto: Munkedals Jernväg.

Seit Dezember 2009 befindet sich die Lok nun als Leihgabe bei der schwedischen Museumsbahn Munkedals Jernväg.

Beginn der Aufarbeitung im Juni 2014

Nach Bewilligung eines Förderantrages durch das staatliche schwedische Denkmalamt im Juni 2014 wurde mit der Reinigung und Begutachtung der Lokomotive in Munkedal begonnen, weitere Informationen und Fotos auf folgender Internetseite der Munkedals Jernväg.
Quellen:
  1. "Die Brigadelokomotiven der Deutschen HFB in Ersten Weltkrieg", Krause/Krall/Gündling/Ziegenfuß
  2. Internetseite der Munkedals Jernväg
  3. Korrespondenz Thomas Lange (Munkedals Jernväg)

Anmerkung zur Lokidentität:
Leider gibt es bei den aus Rila zurückgeholten Lokomotiven einige Unklarheiten bezüglich der richtigen Fabriknummer. Einerseits soll es sich bei der Lok um die Henschel 14255/1916 handeln, andererseits trug sie in Rila ein Schild mit der Nummer "441", welches eigentlich zur Henschel 14260/1916 gehört. Angeblich wurden auf vielen Bauteilen aber Einschlagzahlen mit der Nummer HF 1007 gefunden, was wieder auf die 14255/1916 hinweist. Anscheinend nahm man es mit der Beschilderung in Bulgarien nicht ganz so genau.