HF160D, KDL 11

Diese D-gekuppelte Halbtenderlok geht auf einen Entwurf von Schwartzkopff aus dem Jahre 1939 zurück. Sie wurde ab 1944 bei Franco Belge im besetzten Belgien gebaut, da die großen deutschen Lokfabriken mit der Produktion der Kriegslokomotiven voll ausgelastet waren. Im Allgemeinen wird dieser Loktyp mit "KDL 11" bezeichnet, wobei sich in der Fachliteratur auch die Bezeichnung "HF160D" findet.

Zeichnung: Urias von Meyenburg

Entwickelt wurde diese Lok als Halbtenderlokomotive für den Osteinsatz, die aufgrund der widrigen Bedingungen im Osten mit einem vierachsigen Tender gekuppelt werden sollte. Da es zu diesem Einsatz allerdings nicht mehr kam, lediglich zwei Loks wurden in den Osten geschickt, blieben dann allerdings in Polen und Finnland hängen, wurde der überwiegende Teil als Tenderlokomotive ausgeliefert, zum Teil mit verlängerten Wasserkästen. Lediglich drei der nach Österreich gelieferten Loks bekamen von der ÖBB den zweiachsigen HF-Einheitstender, der auch mit der HF 110C gekuppelt war.

Von den nach Ende des Krieges noch bei Franco Belge vorhandenen KDL 11 konnten einige Exemplare an französische Zuckerfabriken verkauft werden. Die restlichen Lokomotiven wurden auf Normalspur umgespurt und an Werksbahnen verkauft. Eine Normalspur-KDL 11 ist bei der "Le Petit Train de la Vallee de la Doller" bis heute erhalten geblieben.

Von 24 Lokomotiven ist die Existenz nachgewiesen, wobei einige erst nach dem Krieg aus vorhandenen Komponenten montiert worden sind.

Technische Daten KDL11 mit vierachsigem Schlepptender
Spurweite 600/760/785/800 mm Leergewicht 18,3 t
Zylinderdurchmesser 330 mm Dienstgewicht 22,0 t
Kolbenhub 310 mm Reibungsgewicht 22,0 t
Raddurchmesser 650  mm Achsdruck 5,5 t
Gesamter Achsstand 2700 mm Länge ohne Puffer 12205 mm
Dampfüberdruck 14 atü Größte Höhe 2950 mm
Rostfläche 1,0 m² Größte Breite 2100 mm
Heizfläche 38,55 m² Zugkraft 0,6 p 4350 kg
Wasservorrat 0,65 m³(+9,5m³ Tender) Krümmungshalbmesser ab 30 m
Kohlenvorrat 0,46 t(+3,8 t Tender) Höchstgeschwindigkeit 25 km/h

Bis heute haben die folgenden Lokomotiven überlebt:

Hersteller, FabNr. Verbleib Bezeichnung Zustand

Franco Belge 2817/1944

Gurktalbahn, Österreich ÖBB 699.101 betriebsfähig

Franco Belge 2818/1944

Taurachbahn, Club 760, Österreich ÖBB 699.01 betriebsfähig

Franco Belge 2821/1944

Steyrtalbahn, Österreich ÖBB 699.103 betriebsfähig

Franco Belge 2822/1944

Deutsche Technikmuseum Berlin ÖBB 699.02 abgestellt

Franco Belge 2836/1945

APPEVA, Frankreich ex TPT 4.14, KDL betriebsfähig

Franco Belge 2843/1945

Pithiviers, Frankreich ex TPT 4.12, Nr. 12 betriebsfähig

Franco Belge 2844/1945

ARVO, Bligny sur Ouches, Frankreich TPT 4.13 abgestellt

Franco Belge 2845/1945

Le Petit Train de la Vallee de la Doller (Spurweite 1435mm), Frankreich  ? in Aufarbeitung

Franco Belge 2855/1944

Welshpool & Llanfair Light Railway, Wales Sir Drefaldwyn abgestellt

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