HF 110C

Über 130 Lokomotiven des Typ HF 110C wurden unter Beteiligung der Firmen Henschel, Jung, Krenau und CKD während des zweiten Weltkrieges und danach gebaut. Die friedlicheren Aufgaben, die den verbliebenen Maschinen in der Nachkriegszeit anvertraut wurden, spielten in ihrem Leben jedoch die weitaus größere und wichtigere Rolle.
Es handelt sich um eine Heeresfeldbahn-Maschine mit 110 PS der Bauart Cn2t+T (oder auch Cn2(t)), was soviel bedeutet wie 3 angetriebene Achsen ("C"), Verwendung von Nassdampf ("n"), 2 Zylinder ("2"), sog. Halbtenderlok mit zusätzlichem Schlepptender ("t+T" bzw. "(t)"). Die Maschine konnte also auch ohne Schlepptender betrieben werden, hatte allerdings so nur eine geringe Reichweite. Normalerweise wurden alle Betriebstoffe im Tender untergebracht. Diese Loks sollten universell verwendbar sein und ließen sich deshalb von 750 mm auf 600 mm Spurweite umspuren. 

Werkfoto Henschel

1949 wurde von der polnischen Lokfabrik Chrzanow auf Basis der vorhandenen Konstruktionszeichnungen eine Tenderlok mit großen Wasserkästen und einem Rucksack für Spurweiten von 600 - 800 mm entwickelt. Neben den abgeänderten Vorratsbehältern wies der Entwurf einen Kessel mit veränderten Abmaßen und vergrößerter Rostfläche auf, da anscheinend die original Kesselzeichnungen nicht vorlagen. Die Kessel der bei bei Krenau 1941 gefertigten HF110C waren seinerzeit direkt von Henschel geliefert worden. Allem Anschein nach kam es jedoch nicht zur Fertigung dieses interessanten Entwurfes.

In den Jahren 1951 und 1952 fertigte Jung weitere Lokomotiven vom Typ HF110C mit geringfügigen Veränderungen für Unternehmen in Indien und Brasilien. Die genaue Anzahl ist noch nicht bekannt, es waren aber mindestens 4, von denen drei bis heute überlebt haben (siehe Tabelle), und insgesamt höchstens 8 Lokomotiven. 

Technische Daten und Unterscheidungsmerkmale

Heute existieren noch folgende Loks:

Hersteller, Fab.-Nr. HF-Nr. Verbleib Bezeichnung Zustand

Henschel 25982/1941 

25982 Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth, Gütersloh Nicki+Frank S betriebsfähig

Henschel 25983/1941

25983 Fördervereins zur Erhaltung der Rügenschen Kleinbahnen DR 99 4652 abgestellt 

Krenau 945/1941

11017 Lavassare, Estland HF 11017 abgestellt

Henschel 25325/1942

- Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth, Gütersloh Francesca S betriebsfähig

Henschel 25335/1942

11774 Privatsammlung ex KOK Nr. 7 abgestellt

Henschel 25351/1942

11789 Privatsammlung Nr. 5 abgestellt

Jung 10120/1944

11810 Abreschviller, Frankreich Nr. 4 betriebsfähig

Jung 10129/1944

- Denkmal in Samobor, Kroatien Nr. 3 abgestellt

Jung 10142/1950

- Frankfurter Feldbahnmuseum Nr. 10 abgestellt

Jung 10137/1952

- Frankfurter Feldbahnmuseum Nr. 11 in Aufarbeitung

Für die folgenden drei Lokomotiven in Indien und Brasilien liegen die letzten Sichtungen bereits über 10 Jahre zurück. Da in beiden Zuckerfabriken im Jahr 2004 Versteigerungen oder Verschrottungsaktionen veralteter Maschinen, Loren, LKWs und ähnlichem Material stattfanden, gibt es jedoch erhebliche Zweifel am Fortbestand der Lokomotiven.

Hersteller, Fab.-Nr. Verbleib Bezeichnung Zustand letzte Sichtung

Jung 11678/1952

Zuckerfabrik Nizam, Indien Nr. 3 abgestellt 12/1992

Jung 11679/1952

Zuckerfabrik Nizam, Indien Nr. 4 abgestellt 12/1992

Jung 11739/1952

Zuckerfabrik Igaracu, Brasilien Nr. 4 abgestellt 09/1988

zurück zu den deutschen HF-Dampfloks

Fotos verschrotteter Loks

Eine Lok vom Typ HF110 C gelangte 1946 in die USA: Jung 10136/1944

www.heeresfeldbahn.de