Henschel 25983/1941
99 4652 wurde 1941 von Henschel mit der Fabriknummer 25983 gebaut und verblieb nach dem Krieg zusammen mit vielen anderen Maschinen im südlich Berlin gelegenen Eisenbahnpionier- und Gerätepark Rehagen-Klausdorf, der nun unter sowjetischer Militärverwaltung stand. Damit dürfte auch klar sein, was das weitere Schicksal der meisten hier verbliebenen Loks war - Abtransport als Reparationsleistung.
Drei Maschinen stellte die SMAD (Sowj. Militäradministration) jedoch zum Betrieb der schmalspurigen Jüterbog-Luckenwalder Kreiskleinbahnen (JLKB) zur Verfügung, die bereits 1939 aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt und an das Militär verkauft worden war, aber aus dem verkehrstechnischen Erfordernis heraus am 8.12.1945 wieder in Betrieb genommen wurde. Die Eisenbahn war in diesen schweren Nachkriegsjahren oft das einzige Verkehrsmittel, gerade in solchen landwirtschaftlichen und schwach besiedelten Gebieten. Zunächst wurde 99 4652 mit einem Tieflader nach Stülpe transportiert und mit "Gemeinde-Kohle" angeheizt. Nun konnten die notwendigen Streckenbauarbeiten in Vorbereitung der Wiedereröffnung durchgeführt werden. Erst 1948 kamen zwei weitere Lokomotiven gleicher Bauart zur Unterstützung zur JLKB, fortan als 99 4651 (Henschel 1941, Fbr.-Nr. 25979) und 99 4653 (Jung 1944, Fbr.-Nr. 10123) bezeichnet.
von Olaf Haensch
Nach der Umspurung auf 600 mm und äußerer Aufarbeitung im Bw Wernigerode-Westerntor folgte am 25.07.1974 die Überführung zur Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth, bei der sie am 19.10.1974 als Lok Nr. 4 "Frank S." nach betriebsfähiger Aufarbeitung in Betrieb genommen wurde. Hier war sie bis Dezember 1981 im Einsatz.
Am 9.12.1981 wurde die Lok nach Lengerich gebracht, um in der Werkstatt der Teutoburger Waldeisenbahn Umbauten (u.a. Einbau einer Druckluftbremse) für einen Einsatz auf der Jagsttalbahn (ab 1982) vorzunehmen. Hier fuhr sie nun in grüner, nie da gewesener Lackierung wieder auf 750mm-Gleisen. Nach Stillegung der Jagsttalbahn 1988 dauerte es bis 1990 bis die Lok auf dem Öchsle für gelegentliche Einsätze wieder in Betrieb genommen wurde.
"Frank S" am 03.06.1990 in Ochsenhausen, Foto Helmut Bückle von www.privat-bahn.de
1992 wurde sie aufgrund technischer Probleme (Kessel und Dampfmaschine) endgültig abgestellt. Im Frühjahr 1994 erfolgte im RAW Görlitz eine optische Aufarbeitung der Lok. Seit April 1994 steht die "Franks S" wieder in schwarzem Kleid und als 99 4652 bezeichnet im Bahnhof Putbus ausgestellt. 99 4652 ist nun Eigentum des "Fördervereins zur Erhaltung der Rügenschen Kleinbahnen".

99 4652 am 02. August 2005 in Putbus, Foto: Florian Rauh
Für weitere Informationen über diese Lok empfehle ich die von W. Seidensticker veröffentlichen Bücher (siehe Buchtipps).