O&K 11073/1925
Das Frankfurter Feldbahnmuseum konnte Ende 2002 einen weiteren Dampflokneuzugang vermelden:
"Es
handelt sich um die 1925 bei Orenstein & Koppel in Berlin unter der
Fabriknummer 11073 gebaute fünfachsige Naßdampf-Feldbahndampflok E103 der
kaiserlichen japanischen Heeeresfeldbahn. Die Lok entspricht einer Konstruktion
und Lieferung für die kaiserliche deutsche Heeresfeldbahn aus dem Jahr 1918,
wurde allerdings für Japan als Nachbestellung in zwei Serien zu 31 Exemplaren
gefertigt. Die Lok wurde nach 1945 aus dem Armeelager Chiba von der privaten
Seibu Eisenbahngesellschaft abtransportiert und in einem Kieswerk in Ahina als
Lok 3 bis ca. 1951 eingesetzt und danach abgestellt, bevor sie ca. 1971 im Seibu
Unesco Park in Tokorozawa bei Tokio ausgestellt war. Nach Schließung des Parks
erwarb sie 1993 die Gemeinde Maruseppu auf Hokkaido für Denkmalzwecke, gab sie
aber dann nach zweijährigen Verhandlungen mit den japanischen Freunden des FFM
nun ab.
Die
Verladung im Hafen Ishikari auf Hokkaido in einen Überseecontainer fand in
Anwesenheit von Vertretern des FFM statt. Im Dezember 2002 erreichte die
Dampflok an Bord des Schiffes „Hyundai Federal“ den Hamburger Hafen und
wurde anschließend in das Frankfurter Feldbahnmuseum überführt.
Die Lok stellt mit ihrem die Kurvenläufigkeit fördernden Luttermöller Antrieb und ihren fünf angetriebenen Achsen eine in Deutschland einmalige technische Rarität dar. Trotz des schlechten Zustandes ist eine betriebsfähige Herrichtung der Lok in der Zukunft geplant. Bedingt durch ca. 31 jährigen Aufenthalt unter freiem Himmel sind beträchtlich Schäden entstanden.
Pressetext vom Frankfurter Feldbahnmuseum

Foto aufgenommen im Mai 2004 von Andreas Faulwasser
Mitte 2004 wurde die Lok zur langfristigen Aufarbeitung in die Bahnwerkstätte Malowa nach Bendorf überführt und dort zur weiteren Aufarbeitung zerlegt. Aufgrund der hohen Kosten einer betriebsfähige Aufarbeitung erfolgte ein Weitertransport der zerlegten Lok zum Brücke e.V. nach Blankenburg, der eine optische Aufarbeitung der Lok durchführen wird. In 2007 wurde das Führerhaus mit den Kohle- und Wasserkästen unter Verwendung von Originalteilen neu gebaut, und die Kesselauflage wieder auf die ursprüngliche Höhe gebracht. Für den Einsatz in Japan war der Kessel seinerzeit um 15 cm "tiefergelegt" worden.
Im Mai 2008 konnte die überholten Radsätze und der lackierte Rahmen beim Brücke e.V. in Blankenburg gesichtet werden.


Fotos aufgenommen von Torsten Köhler in Blankenburg, Mai 2008
Im Juni 2009 nähert sich die optische Aufarbeitung der O&K 11073/1925 ihrem Ende. Der große Wunsch der Mitglieder des Frankfurter Feldbahnmuseums wäre eine betriebsfähige Aufarbeitung dieser für Deutschland einmaligen Lokomotive, allerdings scheitert die Umsetzung zur Zeit noch am notwenigen Neubaukessel und den dafür fehlenden Fördergeldern.

Stand der Aufarbeitung im Juni 2009, Foto aufgenommen von Arne Hückelheim beim Brücke e.V.